Die „Generation Zuviel“ und der Garten

Zu viele Optionen, Verpflichtungen, Ansprüche von Außen und Innen. Gartenglück und Entspannung für eine Generation, die sich selbst überfordert.

Eine neue Studie belegt: 65 % der Eltern geben lt. eines Artikels von DIE WELT an, zu hohe Ansprüche an sich zu stellen und sich selbst unter Druck zu setzen. 62 % sagen, dass Zeitdruck ihren Alltag bestimmt und hohe Leistungsanforderungen der Gesellschaft als Druck empfunden werden. 56 % der Befragten fühlen sich sehr häufig oder oft während der Arbeit gehetzt oder unter Druck. Nach einer Studie von Iconkids & Youth haben sogar 70 % aller Eltern gelegentlich das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen. Besonders Mütter empfinden dies sehr stark, weil sie sich selbst dafür verantwortlich machen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen allgemein nicht als Ursache gesehen werden.

Die Belastungen der heute 30- bis 50-jährigen sind gewachsen. Die intensive Lebensmitte, die der Soziologe Hans Bertram so treffend „Rushhour des Lebens“ nennt, ist geprägt von dem Gefühl, für alle Lebensentscheidungen völlig alleine verantwortlich zu sein. Unsere „zugespitzte Individualverantwortung“ und Wahlmöglichkeiten werden, im Spagat zwischen familiärem Leben und beruflichem Voranstreben, nicht als Entscheidungsfreiheit erlebt, sondern oft auch als Damoklesschwert. Die Generation derer, die Kinder aufziehen, hart arbeiten, fleißig Steuern zahlen, sich um soziale Belange kümmern und nebenbei die eigenen Eltern unterstützen, war schon immer besonders gefordert. Mit Kindern wird heute mehr Zeit verbracht und die Investitionen in Ausbildung und Entwicklung des Nachwuchses sind größer denn je. Eltern sind heute besonders engagiert, wenn es darum geht, ihren Kindern ein konkurrenzfähiges Bildungsziel zu ermöglichen. Und die „Beziehungsarbeit“ darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden; die Qualität des Zusammenlebens unterliegt in Zeiten hoher Scheidungsraten besonderen Anforderungen.

Noch nie stand eine Generation unter so hohem persönlichen wie gesellschaftlichem Leistungsdruck. Zu viel Information, zu hohe eigene Erwartungen, zu große Wahlmöglichkeiten, Unsicherheit und zu viele Verpflichtungen prägen das Leben der „Generation Zuviel“. Insbesondere die zwischen 1965 und 1985 Geborenen erlebten eine relativ sorgenfreie Kindheit in einer abgesicherten, vorwärtsstrebenden Gesellschaft. In den 1980er und -90er Jahren veränderte sich die Welt rapide. Selbstverständlichkeiten verschwanden, neue Möglichkeiten erwuchsen aus technologischem Fortschritt und parallel dazu manifestierte sich die Eigenverantwortung des Einzelnen. Die digitale Revolution taktet heute das Leben eines Großteils der Menschen. Eine „Null-Fehler-Mentalität“ hat sich längst raumgreifend breit gemacht. Aber diese an sich selbst gestellte Erwartung, innerhalb einer „Wissensgesellschaft“ nie Fehler zu machen, ist extrem anstrengend.
Das Familienleben ist seit jeher kostbar, muss heute aber, auch wegen der gestiegenen Anforderungen daran, engmaschiger durchorganisiert werden. Nichts daran ist so selbstverständlich wie früher. Regeln werden innerfamiliär mitunter täglich mit letzten Kraftreserven diskutiert. Und Singles sind generalstabsmäßig auf der Suche nach der perfekten Liebesbeziehung.

Unsere Welt ist offener, variabler, aber auch unberechenbarer geworden. Unsere Werte jedoch sind geblieben, haben sich innerhalb der Konkurrenzgesellschaft möglicherweise sogar verstärkt: Familie, Liebe, Geborgenheit, Zeit, Freiheit. Das Zusammensein und Freizeit-Events sind die Höhepunkte unseres Lebens.

Mehr denn je braucht der Mensch einen sicheren Cocon, um die Unwägbarkeiten der Welt zumindest mental in die Schranken zu weisen und einen sicheren Raum zu schaffen, der ein zufriedenes privates Leben ermöglicht.

Hoffnung für die „Generation Zuviel“ gibt es erstaunlicherweise durch die demografische Entwicklung. Einer Prognos-Studie zufolge werden bis 2030 vier Millionen zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht. DIE WELT schreibt dazu: „Der dann tatsächlich spürbare Fachkräftemangel müsste dabei helfen, die Firmenkulturen zu verändern, flexible Arbeitszeiten und Ergebnisorientierung durchzusetzen.“

Ein Ausgleich entsteht aber auch durch Erkenntnisgewinn: Die gestresste Generation Zuviel kann vielleicht schon durch die Einsicht entlastet werden, dass die Überlastung nicht das subjektive Problem einzelner Menschen ist, sondern Resultat enormer gesellschaftlicher Veränderungsprozesse.
Kompensation und Beruhigung suchen wir im Privaten. Wir kaufen Magazine wie die „Land- oder Lebenslust“ und gestalten unser Zuhause. Fußfesseln wie Handy und E-Mail werden entschärft, sobald Erreichbarkeit nicht länger eine gottgegebene Doktrin ist. Gelassenheit kann wachsen, sobald man sich eingesteht, Fehler machen zu dürfen. Das Recht auf Fehler wirkt entlastend und „entschleunigend“.
Die konzentrierte Beschränkung auf das für unsere Zufriedenheit Wesentliche hat wertvolles Potential im Gepäck: Das Leben wird einfacher, Kapazitäten für Neues entstehen. Statt einer pseudo-perfekten Lebenshaltung nachzulaufen, können wir durch Erkennen tatsächlicher Bedürfnisse Klarheit und Handlungsfreiheit gewinnen.

Was liegt also näher als im Kleinen Veränderungen herbei zu führen? Wenn Ihnen beim Gedanken an ein wohnliches Familienleben im repräsentativen Garten das Herz zu springen beginnt, steht außer Frage, welchen Stellenwert dies für Sie hat. Oder denken Sie an einen Pool mit Gegenstromanlage und Heizung, in dem Sie die Badesaison im eigenen Garten um Monate verlängern können? Wünschen Sie sich ungestörtes Lesen oder Kochen in der frischen Luft eines gepflegten und nicht einsehbaren Gartens?
Diese Anliegen sind sowohl legitim als auch erreichbar. In den Garten zu investieren und die Geborgenheit unseres Zuhauses zu genießen, kann für Gesundheit und Lebensgefühl eines Menschen bedeutsam sein, und wichtiger als die Anschaffung eines neuen Wagens oder eine Reise um die Welt. Entlastung ungeahnten Ausmaßes entsteht durch Dienstleistungen, von denen oft angenommen wird, sie wären erst ab Generation Ü60 üblich, wie beispielsweise die Dienste eines Gartenpflege-Teams. Eine konzentrierte, fachkundige Garten-Beratung, wie bei Baumann Gärten aus Griesheim üblich, kann im Haus oder Garten stattfinden und bereichernd für das weitere Leben aller Bewohner sein.

Die Präzisierung unserer Bedürfnisse und Konzentration auf deren Verwirklichung wird Entspannung bewirken und kann ihrer Gesundheit dienen. Eine Generation, die so viel leistet, sollte intensiv und ohne das geringste schlechte Gewissen über die Gestaltung des eigenen Lebensglückes sinnieren, und, vielleicht sogar mit Hilfe eines Experten, (im besten Sinne) eigenwillige Lösungswege finden.